Moderne interventionelle Verfahren

Infiltrationsbehandlung an der Nervenwurzel oder in den Wirbelkanal

Dieses Verfahren wird bei Reizungen der Nervenwurzel am Hals, Brust- und Lendenwirbelsäule durch Vorwölbungen bzw. Vorfälle der Bandscheibe,  Verengungen der Wirbel und/oder des Nervenkanals sowie Beschwerden nach Bandscheibenoperationen, beispielsweise Postnukleotomiesyndrom oder
Versteigungsoperationen, angewendet. Unter Bildwandler- oder CT-Kontrolle wird ggf. mit Kontrastmittel eine zielgenaue Infiltration der gereizten Wurzel und/oder über die natürliche Öffnung am Übergang vom Steißbein zum Kreuzbein in den Wirbel. Die präzise Ausrichtung der Nadelspitze durch die bildgesteuerte Therapie ist eine wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit der Infiltration. Die erfolgreiche Behandlung unterbricht die Schmerzspirale durch eine lokale Medikamentenwirkung und sichert einen schnellen und dauerhaften Erfolg durch eine abschwellende und entzündungshemmende Wirkung. Dabei wird die Infiltration mehrfach in mehrtägigen oder wöchentlichen Abständen durchgeführt. Vorteil dieser Verfahren ist die rasche Mobilisierung mit der Möglichkeit der Aufnahme leichter körperlicher Arbeit sowie die Kombination der Therapiebausteine und die Wiederholbarkeit der Maßnahmen.

Epidurale Schmerzkatheter

Dieses Verfahren ist eine risikoarme Alternative zur offenen Bandscheiben- bzw. Wirbelsäulenoperation und wird eingesetzt bei Bandscheibenvorwölbung oder -vorfall, Postnukleotomiesyndrom oder Verengung des Wirbelkanals bzw. des Nervenkanals und Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule bei akuter oder chronischer Schmerzausstrahlung in Arme, Gesäß oder Beine. Das Verfahren kann ambulant oder im Rahmen eines kurz stationären Aufenthaltes von 2 - 3 Tagen in einem Dämmerschlaf durchgeführt werden. Über die natürliche Öffnung im Bereich des Steißbeins wird ein dünner Schmerzkatheter in den Wirbelkanal eingeführt. Auch hier wird unter Bildwandlerkontrolle die Katheterspitze exakt am Ort des Schmerzgeschehens platziert. Der Eingriff dauert ca. 30 - 45 Minuten. Bei dem Katheter werden Kochsalzenzyme und schmerzstillende sowie entzündungshemmende Medikamente appliziert. Ziel der Behandlung ist es, das vorgewölbte Bandscheibengewebe zu schrumpfen, den Schmerz zu stillen, die Entzündung des Gewebes zu beseitigen und entzündungsbedingte Verklebungen der verschiedenen Strukturen zu lösen. Bei chronischen Schmerzen zeigt sich zudem eine ausschaltende Wirkung auf das Schmerzgedächtnis. Der Katheter liegt für mind. 48 Stunden und wird 2-mal täglich mit oben beschriebenen Medikamenten bestückt. Nach Abschluss der Behandlung ist eine 1 - 2-wöchige körperliche Schonung angeraten.

Injektionsbehandlung der kleinen Zwischenwirbelgelenke

Dieses Verfahren wird bei Beschwerden, die durch Arthrose der kleinen Zwischenwirbelgelenke an der gesamten Wirbelsäule entstanden sind, angewandt. Typische Beschwerden hierbei sind Morgensteifigkeit bzw. Rückenschmerzen nach dem Aufstehen am Morgen oder aus einer sitzenden Position. Der auftretende Schmerz wird dabei oft als gürtelförmig beschrieben. Über eine spezielle Nadel werden unter Bildwandler- oder CT-Kontrollen entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente gezielt in die betroffenen Gelenke appliziert. Diese Injektion kann je nach Bedarf mehrmals wiederholt werden.
Zudem wird dieses Verfahren auch als diagnostische Hilfe vor der sogenannten Radiofrequenztherapie angewandt.

Radiofrequenztherapie/Thermokoagulation

Wenn die oben genannten Injektionen der kleinen Wirbelgelenke nicht zu einer dauerhaften Schmerzreduktion führen, kann der den Schmerz weiterleitende Nerv langfristig mit einer Hitzesonde unterbrochen werden. Die sogenannte Thermokoagulation ist ein wenig invasives, ambulant durchführbares Verfahren. Nach exakter Positionierung der hierfür speziell entwickelten Nadel unter Bildwandlersteuerung erfolgt eine nochmalige Kontrolle der Lage mit Hilfe eines kurzen Reizstromimpulses.
Nach einer örtlichen Betäubung wird die Sandenspitze für 90 Sekunden erwärmt und der Nerv damit ausgeschaltet. Die Beseitigung der Schmerzsymptomatik ist in der Regel dauerhaft. Sollte sich das Nervengewebe nach 1 - 2 Jahren dennoch regenerieren, ist eine Wiederholung problemlos möglich.
© Dr. med. Michaela Wöhlermann, Ringbergstrasse 2, 83707 Bad Wiessee
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